Am 1. Mai eröffnet Marcel Schmitz seinen Eis-Treff im Frankenberger Viertel.
„Das Eis bekommt einfach einen ganz anderen Charakter. Es wird unterschiedlich cremig und unterschiedlich geschmacksintensiv.“ Wenn Marcel Schmitz über seine Eiskreationen spricht, die Farbe begutachtet und den Geschmack prüft, könnte man meinen, man sei bei einer Weinverkostung. „Mein Traum ist es ja, die Zitronen alle irgendwann aus Mallorca zu importieren, aber das ist erst der nächste Schritt.“ Das könnte dauern. Denn der letzte Schritt, die Eröffnung des „Öcher Eis-Treff“, hat immerhin zweieinhalb Jahre gedauert. „Nun ja, wenn ich was mache, dann mache ich es lieber richtig. Ich mag eben keine halben Sachen. Wenn ich den Eis-Treff eröffne, muss eben alles stimmen.“ Und das tut es.
Hier ist alles aufeinander abgestimmt. Graue Theke , klares Interieur. Hochwertige Kaffee- und Eismaschinen. Wenn ein Begriff auf Schmitz Eistreff im Frankenberger Viertel nicht zutrifft, ist es das Wort „Eisdiele“. Hier erinnert aber auch gar nichts an die Eiscafés in denen man früher seine Freistunden verbracht hat: Keine 80er Jahre-Sitz-Bezüge oder Italo-Dekoration an den Wänden.
Für Schmitz gilt: Weniger ist mehr. Und so verhält es sich auch bei seinem Eis. Alle verwendeten Produkte sind von ihm ausgewählt. Hier zählt nicht die Masse an Eissorten, sondern die Qualität. Angefangen bei den Biozitronen bis hin zum Himalajasalz. Streut er eine kleine Prise davon über sein himmlisch süßes Vanille-Eis und gibt noch einen Schuss Bio-Olivenöl dazu, entfacht er gleich ein neues, spannendes Geschmackserlebnis. Und da man im ersten Moment über die Kombination etwas erstaunt ist, schmeckt es gleich noch mal so gut. Die Vanillestangen stammen übrigens aus Madagaskar und Schmitz erklärt, dass er eine Menge Vanillestangen ausprobiert hat bevor er sich für genau diese Entschieden hat.
Das Eis stellt Marcel Schmitz selber her. „Die Idee entstand – wie könnte es auch anders sein – aufgrund eines Rezeptes meiner Oma.“ Die habe nämlich früher Eis immer selber gemacht. Und da kein Eis jemals wieder so gut geschmeckt hat, wie das seiner Großmutter, hat er sich in den Kopf gesetzt, ein solches Eis selber herzustellen.
Und auch im Sortiment soll sich das Besondere widerspiegeln. So heißen seine Eissorten nicht einfach Nuss, Erdbeere oder Vanille, sondern Oecher Nusspli, Erdbeerglück – laktosefrei und aus über 50% Erdbeeren – und Vanillezauber mit besagten Vanillestangen aus Madagaskar.
Auch ein paar ganz eigene Kreationen, bekommt man in der Bismarkstraße 72. Beispielsweise Zitroneneis, ebenfalls laktosefrei und mit dem natürlichen Aroma einer echten Zitrone, mit einem Schuss Sekt. Das nennt er dann Eisprinzessin.
Für alle Eisprodukte gilt: keine künstlichen Aromastoffe, keine künstlichen Farbstoffe und keine Emulgatoren. Dafür eine täglich frische Zubereitung.
Ins Frankenberger Viertel hat sich der Eis-Spezialist, der übrigens gerne einen Hut trägt und diesen prompt zum Markenzeichen gemacht hat, bestens etabliert. Das beweist er mit einer weiteren Kreation: „Mr. Jurewicz“ heißt sein Schokoladeneis mit Whiskey, dass er extra für den Tabakladenbesitzer des Frankenberger Viertels kreiert hat. Natürlich gibt es neben den Eisspezialitäten auch einfache Bällchen für Kinder, Erfrischungsgetränke und heiße Getränke. Ebenfalls mit Bedacht ausgewählt. So kommen die Kaffeebohnen von der Karibikinsel Hispaniola und wurden handverlesen.
Aber noch mal zurück zur Verkostung. Wenn der Eröffnungsstress erst vorbei ist, plant Schmitz nämlich das nächste ungewöhnliche Ding. Er möchte seine Faszination am Eis, die verschiedenen Geschmacksarten und -richtungen gerne an die Leute bringen und Eisverkostungen anbieten. Ähnlich einer Weinprobe. Vielleicht liegt es ja daran, dass seine Eltern aus der Weinbranche kommen.
/// Kira Wirtz
Öcher Eis-Treff
Bismarckstraße 72
Tel: 94377696
Mo-So 11.30-22 Uhr
Veröffentlicht am 02.05.2011, 10:18 Uhr
Kategorie:
Cafés / Bistros