Steven Spielberg hat „Die Abenteuer von Tim und Struppi“ mehr als würdig umgesetzt.
Die Geschichten des belgischen Zeichners und Autors Hergé (siehe Kasten) um den jungen Reporter Tim und seinen treuen Hundefreund Struppi inspirierten bereits unzählige andere Comicmacher, aber auch Schriftsteller und Filmemacher. Dazu zählt auch Steven Spielberg, selbsterklärter Fan der Reihe. Es war also längst an der Zeit, dem Gespann einen würdigen Kinoauftritt zu verschaffen. Schließlich sind die spannenden Abenteuer wie geschaffen für die ganz große Leinwand. Zusätzlich holte Spielberg mit „Der Herr der Ringe“-Macher Peter Jackson einen zweiten Fan der Vorlagen als Produzenten ins Boot, der gleich die neuseeländischen Tricktechniker von WETA mitbrachte. Gemeinsam schufen sie mit modernster Animationstechnik das computergenerierte Debüt der bekannten Helden, dem zwei weitere Teile folgen sollen.
Basierend auf dem 1942 erschienenen gleichnamigen Comic sowie dessen direkten Fortsetzung erzählt „Das Geheimnis der Einhorn“ von der Suche nach dem verschollenen Schatz Rackhams des Roten. Tim stößt durch Zufall auf die Spur der legendären „Einhorn“ und ihres Kapitäns Hadoque. Wie er bald aber am eigenen Leib erfahren muss, ist noch jemand anderes auf der Jagd und geht dabei über Leichen. Gemeinsam mit Hadoques versoffenem Nachfahren Haddock folgen Tim und Struppi den Spuren bis in den Orient.
Im aufwändigen Motion-Capture-Verfahren verwandelten sich britische Mimen wie Jamie Bell, Daniel Craig und Andy Serkis in fantastisch animierte Comicfiguren. Dabei blieben die Macher der Vorlage treu und vor allem Haddock wirkt wie direkt den Seiten Hergés entsprungen. Die Bewegungen der Charaktere erscheinen lebensecht; Dreck, Fussel und Haare an ihrer Kleidung sorgen für zusätzlichen Realismus. Wunderbar selbstironische Seitenhiebe auf Spielbergs Kinohits bringen die Zuschauer zum Schmunzeln, bevor ihnen schon in der nächsten Szene wieder eine haarsträubende Verfolgungsjagd den Atem raubt. Für die richtige Balance aus Action und Witz sorgten drei überaus talentierte britische Filmemacher: Steven Moffat, Schöpfer der „Sherlock“-Serie, „Shaun of the Dead“-Regisseur Edgar Wright und Joe Cornish, der gerade erst mit „Attack the Block“ debütierte. Sie stellen mit ihrem Drehbuch sicher, dass in dem 3-D-Spektakel die Story nicht aus dem Fokus gerät. Auf die Fortsetzung der Serie darf man sich also freuen, macht doch der Auftakt definitiv Lust auf mehr! /// Lars Tunçay
„Die Abenteuer von Tim und Struppi –
Das Geheimnis der Einhorn“
USA/NZ 2011 // R: Steven Spielberg
Start: 27.10.
Bewertung der Redaktion:
Querverweise:
Kategorie:
Filmkritiken
27.10.2011 —
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