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Im Kino: „Drive“

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Der Mann kann fahren: Driver (Ryan Gosling) ist ein Gott am Lenkrad.

Wenn der Stuntman in belanglosen Actionfilmsequenzen Autos zum Überschlagen bringt oder nachts den Fluchtwagen für Kleinkriminelle durch das Labyrinth der Straßen von Los Angeles steuert, gibt es keinen Zweiten mit seinem Talent. Bei Tageslicht ist Driver ein Buch mit sieben Siegeln – verschlossen, zurückhaltend, undurchdringlich. Seine Vergangenheit liegt im Dunkeln, seine Gegenwart verbringt er in der Werkstatt von Shannon (Bryan Cranston). Der erkennt das Potential des Jungen und sein gutes Herz. Er will ihn als Rennfahrer groß rausbringen, seine Geldgeber sind jedoch windige Gangster. Dann ist da noch Irene (Carey Mulligan), die gleich nebenan wohnt und Driver verstohlene Blicke zuwirft, wenn sie sich im Aufzug begegnen. Sie fühlt sich ebenso zu ihm hingezogen wie ihr kleiner Sohn Benicio, um den sich Driver liebevoll kümmert. Als Irenes Mann Standard (Oscar Isaac) aus dem Knast kommt, muss Driver seine Strategie ändern. Um Standard aus dem Dreck zu ziehen, lässt er sich auf einen gefährlichen Deal ein, der außer Kontrolle gerät.
Die Ruhe, mit der Ryan Gosling den Einzelgänger verkörpert und die plötzlichen Eruptionen brutaler Gewalt wirken in ihrer schauspielerischen Wucht mehr als eindringlich. Sein Alter Ego erinnert ein wenig an Travis Bickle, den „Taxi Driver“, einem in die Ecke Gedrängten, getrieben zum Unausweichlichen. Allerdings ist der Schauplatz hier die Autostadt L.A., fernab des Glitters der Scheinwerfer. Mit einem einzigartigen Stil, der mit in rosa getünchten Lettern im Vorspann beginnt und sich mit Synthesizer-Musik und kunstvollen Slow-Motions weiter ausformt, schuf der dänische Regisseur Nicolas Winding Refn („Pusher“) einen meisterlichen, blutigen Liebesthriller.  ///    Lars Tunçay

„Drive“
USA 2011 // R: Nicolas Winding Refn
Start: 26.1.

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