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„Hugo Cabret“: Magisches Filmmärchen

Martin Scorseses erster 3D-Film „Hugo Cabret“ ist eine Liebeserklärung an das Kino.

Es ist schon erstaunlich: Da gibt es eine halbwegs neue Technik – das digitale 3D in Farbe – und dennoch muss ein alter Haudegen und Meister des Kinos daherkommen, um dem Rest der Welt zu zeigen, was man mit ihr wirklich anstellen kann. Martin Scorsese hat mit Werken wie „Taxi Driver“, „Casino“ oder „Gangs of New York“ Filmgeschichte geschrieben und entführt uns nun an einen höchst poetischen Ort: einen Pariser Bahnhof im Jahr 1931. Hier lebt Hugo Cabret (Asa Butterfield), 12 Jahre alt und Waise. Seit sein Vater (Jude Law), ein genialer Bastler, tot ist, versteckt er sich in jenen geheimen Räumen, wo sich die Apparaturen für die riesigen Bahnhofsuhren befinden. Hugo sorgt dafür, dass die Zeit dort nicht stehen bleibt, klaut sich hier und da in einem der zahlreichen Läden etwas zum Essen und führt einen Kleinkrieg mit Georges Méliès (Ben Kingsley), dem Betreiber eines Spielwarenladens. Hier stibitzt Hugo immer wieder Ersatzteile, um eine merkwürdige Blechfigur zu reparieren, die sein Vater ihm vermacht hat. Doch dieser Georges Méliès birgt ein großes Geheimnis, und gemeinsam mit dessen Enkelin Isabelle (Chloë Grace Moretz) taucht Hugo ein in die Welt der Kinopioniere.
Wie Martin Scorsese es schafft, mithilfe der 3D-Technik und einer schwerelos dahingleitenden Kamera grandiose Räume zu erschaffen, alleine das ist schon das Eintrittsgeld wert. Zugleich ist „Hugo Cabret“ die schönste Verbeugung vor dem Medium Kino seit „Cinema Paradiso“, handelt es sich doch bei Méliès um jenen sagenhaften Stummfilmmann der ersten Stunde, der den legendären „Die Reise zum Mond“ inszenierte. Doch damit nicht genug fährt dieser wunderbare Film eine Riege von Stars in liebevoll gezeichneten Nebenrollen auf: Sascha Baron Cohen als Bahnhofspolizist, dazu Emily Mortimer, Christopher Lee oder Ray Winstone. „Hugo Cabret“ – das ist pure Kinomagie, im besten Sinne des Wortes altmodisch und viel mehr als nur ein Kinderfilm. Für Martin Scorsese gab es dafür den Golden Globe für die beste Regie und auch bei der Oscarverleihung am 26. Februar dürfte „Hugo Cabret“ mit satten 11 Nominierungen, unter anderem als Bester Film, ein Wörtchen mitzureden haben. 

„Hugo Cabret“
USA 2011 // R: Martin Scorsese
Start: 9.2.



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