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„Die Glasmenagerie“ - zum letzten Mal am Freitag in der Kammer des Theater Aachen

„Die Glasmenagerie“ erzählt vom Schicksal einer amerikanischen Arbeiterfamilie, deren männliches Oberhaupt sich schon vor Jahren aus dem Staub gemacht hatte.

„Die Glasmenagerie“ erzählt vom Schicksal einer amerikanischen Arbeiterfamilie, deren männliches Oberhaupt sich schon vor Jahren aus dem Staub gemacht hatte.
Das einzige Geld der Familie ist das spärliche Gehalt des Sohnes. Zerbrochen ist der Traum von bedingungsloser Liebe, Wohlstand und gesellschaftlicher Anerkennung. Thomas Hamm spielt den jungen Fabrikarbeiter, der den Zuhörer von nun an einlädt, an seinem Leben teilzunehmen. Die Verbitterung der sitzengelassenen Mutter und die Psychose der verstörten Schwester, deren minimale körperliche Einschränkung zu einer enormen Abwertung ihres Selbstbewusstseins führt, lasten schwer auf der Stimmung in der Familie. Eindringlich spielt Katharina Merschel die Kind-Frau Laura. Hin und her gerissen zwischen ihrer kindlichen Seele und dem Wunsch, den Vorstellungen der Mutter gerecht zu werden, droht sie beinahe zu zerbrechen. Die filigrane Statur Merschels und ihr hingebungsvolles Spiel verlangen dem Zuschauer einiges ab. Wenn sich Laura in ihrer Verzweiflung auf den Scherbenhaufen, ihre Glasmenagerie, wirft, erzeugt allein das Zusehen Schmerzen. Dabei ist diese Ansammlung von Glas Lauras Rückzugsort. In das Spiel mit ihren „Glastierchen“ flüchtet sie sich, wenn Bruder und Mutter einander anschreien und schlagen. Oder wenn ihr heimlicher Highschool-Schwarm Jim O’Connor, mit viel Leichtigkeit gespielt von Robert Seiler, zu Besuch erscheint. Von dieser Begegnung erhofft sich die Mutter eine Romanze und in der Konsequenz die finanzielle Absicherung ihrer Familie. Bettina Scheuritzel spielt die Mutter, stets besorgt um das Wohl ihrer Kinder und den Ruf der Familie, steht am Rande der Verzweiflung, geplagt von Existenzängsten und überfordert mit dem krampfhaften Zusammenhalt der Familie. Die Inszenierung von Bernadette Sonnenbichler ist emotional, laut und wild. Am Ende zieht der Sohn davon, wie einst der Vater, und die Tochter gibt sich ihrem Wahnsinn hin. Was bleibt da noch als sich dem Schicksal zu ergeben und von einem anderen, besseren Leben zu träumen. 

Lenka Blaß

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