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Bühnenkritik „Romeo & Julia“: Böse Verwandtschaft

„Macht es kurz, ich sehn’ mich nach dem Tode!“ brüllt eine sehr kleine, schlanke Julia (Franziska Holitschke) dem Pater entgegen.

So lieblich, friedlich und naiv sie zu Beginn des Stückes scheint, so impulsiv wird sie, als sie die Liebe zu ihrem Romeo (Philipp Scholz) in Gefahr sieht. Da wird geschrieen, da werden Schwerter gezogen, da wird geschubst und geschlagen. Das ist sie, die alte Geschichte über jugendlichen Übermut und alten Hass.
„Romeo & Julia“ ist eines der berühmtesten Stücke Shakespeares und wahrscheinlich eine der berühmtesten Liebesgeschichten der Weltliteratur überhaupt. In diesem Sommer hat sich das  DasDa Theater an den Klassiker herangewagt und zeigt das Stück in der wahrlich passenden  Kulisse der Burg Frankenberg. Hier hat Julia ihren Balkon, der Pater seinen Kräutergarten und die Montagues und Capulets ihren imposanten Auftritt. Der Zuschauer ist ganz nah dran am Geschehen. Wenn Romeo voller Schwermut klagt: „Wen selbst noch nie eine Wunde quälte, der macht sich über Narben lustig.“ Wenn die naive Julia mit Kreide Romeos Namen malt und dabei fast flüstert: „Dass es die Lieb’ so übel mit mir meint, dass ich muss lieben den verhassten Feind.“
Oder wenn der wilde Mercutio im Sterben das ausspricht, was so lange verschwiegen wurde: „Die Pest auf eure beiden Häuser!“ Aber wäre das Unheil auch über die beiden hereingebrochen, wenn sie nicht aus verfeindeten Familien stammen würden? Das ist fast so schwer zu beantworten wie die Frage: Welcher Vogel bringt das Unheil. Die Nachtigall oder die Lerche? 

Text: Kira Wirtz

bis 1.8. täglich außer montags
„Romeo & Julia“
21 Uhr, Innenhof der Burg Frankenberg.

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Kategorie:
Bühne

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