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„Ronja Räubertochter“ am Theater Aachen: Wir sind Räuber

In dieser Spielzeit bringt das Theater Aachen als Familienstück Astrid Lindgrens „Ronja Räubertochter“ vor eindrucksvoller Waldkulisse auf die Bühne.

Glücklich und beschützt wächst Ronja bei Vater Mattis, Mutter Lovis und deren Räubern auf. Doch Erwachsenwerden ist unvermeidlich, das muss auch Räuberhauptmann Mattis einsehen und lässt seine Tochter in den Wald ziehen, wo rotäugige Graugnome und Furcht einflößende Wilddruden herumgeistern. Ist unheimlich, aber an Erfahrung wächst man. Das lernt auch Ronja. Eine Auflehnung gegen den eigenen Vater beginnt erst als sie auf Birk, den Sohn des Erzfeindes Borka, trifft. Den beschimpft Ronja zwar bei der ersten Begegnung noch schlagfertig mit einer Menge „Donnerdrummel“s, doch im Wald lebt eine innige Freundschaft auf – mit dem einen oder anderen Wink auf mehr.
Neben den herrlich komischen Rumpelwichten, mitreißenden Musikeinschüben und der Frage „Was macht eigentlich ein Räuber?“, präsentiert das Stück für Kinder ab 7 Jahren im Sinne der literarischen Vorlage die Problematik der ersten Unabhängigkeit. Sympathieträgerin Nadine Kiesewalter entspricht ganz und gar Lindgrens flippiger und eigensinniger Räubertochter. Ronjas Geschwisterliebe zu Birk steht ebenso im Mittelpunkt wie die Vater-Tochter-Beziehung. Mathis-Darsteller Rainer Krause spielt den störrischen Räuber mit dem großen Herzen so wie er sein soll – ungezähmt und dennoch väterlich. Figuren, Bühnenbild und Text wurden von Cordula Däuper buchnah inszeniert und gekonnt mit modernem Zubehör aufgepeppt.

Text: Sabine Hausmann
Foto: Ludwig Koerfer

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