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Helge Hommes: Ästhetik des Baummaterials

Helge Hommes beschäftigt sich mit Bäumen. In der Galerie Freitag 18.30 zeigt er seine Werke.

Helge Hommes (1964*) hat als Pflastermaler angefangen, auch da schon kritischen Blicken und rohem Umfeld ausgesetzt. Die Außenwelt interessiert ihn als Erkundungsort seiner Bildquellen. In der Galerie Freitag 18.30 hängt ein Frühwerk von 1991 aus einer Phase, als die Beschäftigung mit den Schadensbildern der Natur, mit Wald und Bäumen, mit Grün als Farbton noch in Form freier, farbiger, sumpfartiger Szenerien voll expressiver Bearbeitungsspuren stattfand. Danach fand Hommes zu dem für ihn kennzeichnend gewordenen abstrahierenden Stil (Waldesruh Serie 2005): Auf weißgeleimte makellose Leinwände trägt er mit grünschwarzer Ölfarbe Ausschnitte aus Baumstrukturen und Geästbündelungen in kalligraphischem Relief auf. Natur, die zeichenhaft abstrahiert wird und zugleich im plastisch borkigen Malmaterial die Rindenstruktur konkretisiert.
Helge Hommes erfährt belassenen Wald und kultivierten Forst in Spaziergängen und sublimiert die Erfahrung modellhaft in winterlichen Astgerippen, in gemachter, interpretierter Bildhaftigkeit. Individuelle, von Lebensumständen geprägte Krümmungen von Bäumen, deren Wesen und nicht Abbild Hommes sucht, weshalb die Wuchslinien der Äste häufig horizontal verlaufen, bieten Vorlagen. Verkörpert Hommes darin Farbe, verfarblicht er in seinen letzten Werke die Bäume wieder und greift ihr Umfeld auf. Sie erscheinen als verwundete Natur in lieblosen Gefilden, wie zum Beispiel Autobahnabfahrtsbiotopen. Was einerseits schwarzgrün auf weiß in ästhetisch-poetischer Weise Wildwuchsgeäst in an den Bildrand gedrängter Komposition spannungsreich fragmentiert, erscheint in den neuen flaurealistischen Ausschnitten von Lebensumfeldern, mit denen sich Pflanzen bisweilen zufrieden geben müssen, als an den Rand gedrängte und verletzte Natur. Es wird zum Bild für verrohtes Dasein, mit Würde gemalte geschundene Lebenswelt, verhunztes Unterholz und Bodensatz der Natur, weder naturbelassen, noch kultiviert. Auch ein Seelenleben-Bild unserer Gesellschaft.  ///    dito

bis 20.3.
Helge Hommes ? „The day that never comes“
Galerie freitag 18.30

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Kategorie:
Kunst

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