Nicht die ersten und bestimmt nicht die letzten einer wahren Flut von Singer-Songwritern in diesem Jahr. Und die beiden schwedischen Schwestern sind gut.
Präsentierten sie sich auf ihrem Erstling noch sehr reduziert, fahren sie nun eine große Besetzung auf. Und so erblühen die Songs in wahrer Pracht. Die fast übermächtig erscheinende Country-Pop-Tradition wird im wundervoll leichten Liebeslied „Emmylou“ mit einem Fingerschnippen anerkannt und anverwandelt: „I’ll be your Emmylou and I’ll be your June, you’ll be my Gram und my Johnny too“. Das hat Klasse.
Produzent Mike Mogis von den Bright Eyes sorgt für die richtigen Retro-Reize, hier ein Mellotron, da ein Glockenspiel, verhallter Gesang, zielgenau eingesetzte Streicher, und schon können die Songs im golden Widerschein von den oben genannten bis Burt Bacharach, von den Flying Burrito Brothers bis vor allem Lee Hazelwood, und vor allem diesem, glänzen. Denn wie schon The Pierces haben es First Aid Kit raus, eine leichte Noir-Atmosphäre in ihre Songs zu zaubern. Womit sie dieses Jahr wohl zum großen Trumpf aller Lana Del Rey-Gegner werden. Aber das sollen die ausfechten, die Zeit dafür haben.
/// Karl Koch
(Wichita/PIAS/Rough Trade)
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