„Ein Jahr ist schnell vorüber“ hat die Münchner Freiheit einmal gesungen. Dass das nicht immer stimmt, hat die diesjährige Spielzeit der Alemannia gezeigt.
Zäh plätscherten die Tage dahin. Vor allem auf dem Rasen wurde es nur gelegentlich interessant. Von unterhaltsam ganz zu schweigen. Selten hat man eine Truppe in Schwarz-Gelb gesehen, mit der man sich als Fan weniger identifizieren konnte. Irgendwo zwischen lust- und hilflos, trieben sie mit ihren Darbietungen sogar die geduldigsten Anhänger regelmäßig zur Weißglut. „Lieber Gott, mach dem Elend ein Ende!“ Solche Stoßgebete waren in den vergangenen Wochen immer häufiger zu vernehmen. Zu guter letzt sind sie erhört worden. Das Ende ist nah. Ganz nah. Es riecht sogar verdächtig nach Apokalypse. Während die Saison auf die Zielgerade einbiegt, funkt Alemannia SOS. Von Lizenzentzug bis Insolvenz hängen diverse Damoklesschwerter über dem Verein.
Apokalypse now!
Diesmal werden auch die altbewährten Sammelbüchsen nicht helfen. Zu groß ist das Loch im Portemonnaie. Was bleibt, ist, sich die Situation schön zu reden. Immerhin würde man im Amateurbereich auf alte Widersacher wie Rot-Weiß Essen oder Preußen Münster stoßen. Ein kompletter Neuanfang in der Kreisklasse hätte sogar noch Reizvolleres zu bieten: Jede Partie ein Derby, alle Auswärtsspiele per Linienbus unter eine Stunde erreichbar, fanfreundliche Anstoßzeiten, moderate Eintrittspreise, nur Spieler aus der Region. Mit etlichen Ligen vor der Brust könnten selbst schwarz-gelbe Aufstiegsjunkies über Jahre hinaus bedient werden. Da geht man doch breit grinsend den Bach runter. Schon bald würde niemand mehr vergangenen Zeiten im Profifußball nachtrauern. Macht dem Elend ein Ende. Wir sind bereit. Apokalypse now!
Christoph Löhr ist Redakteur und Mitherausgeber
des Alemannia-Fanzines IN DER PRATSCH.`
Kategorie:
Kurvendiskussion