Die Saison ist geschafft, der Sommer naht und die Weltmeisterschaft steht auch schon vor der Tür. Für jeden Fußballfreund könnte im Moment alles so wunderbar einfach sein.
Man könnte sich zum Beispiel mit Gleichgesinnten treffen, um darüber zu diskutieren, wie toll der Schweini in den vergangenen Monaten zum Herrn Schweinsteiger herangereift ist. Oder sich gegenseitig das Gesicht schwarz-rot-gold bemalen, um beim Public Viewing nicht aus dem Rahmen zu fallen. Sorglos könnte man sich der schönsten Nebensache der Welt hingeben. Wenn man hauptamtlich nicht Alemanniafan wäre. So aber wollen erst einmal eine Beinahepleite verdaut und ihre Ursachen aufgearbeitet werden. Von Seiten der Offiziellen hört man dazu leider kaum Substantielles. Die Kernbotschaft lautet: „Niemand ist dafür verantwortlich.“ Ansonsten wird nicht viel geredet und noch weniger gesagt.
Um die Ohren
Dabei würde ein wenig mehr Offenheit den Vereinsgremien gut zu Gesicht stehen. Von Transparenz ganz zu schweigen. Nicht alle Mitglieder sind bereit, den handelnden Personen auf Verdacht zu vertrauen. Mehr und mehr Fragen drängen sich auf: Wie groß ist das Loch in der Kasse tatsächlich? Wie sieht der Sanierungsplan aus? Warum ist die Bilanz des Jahres 2008 noch nicht veröffentlicht worden? Und all diese werden sich die Verantwortlichen der Alemannia am 12. Juni um die Ohren hauen lassen müssen. Dann bittet der Verein seine Mitglieder zur Jahreshauptversammlung. In weiser Voraussicht hat man den Beginn auf die Mittagszeit gelegt. Bei derart viel Gesprächsstoff könnte eine Mammutveranstaltung daraus werden. Und danach haben auch die Alemannen hoffentlich den Kopf frei für die WM. Mensch, ist das da nicht der Schweini? Der ist aber groß geworden.
Christoph Löhr ist Redakteur und Mitherausgeber
des Alemannia-Fanzines IN DER PRATSCH.
Kategorie:
Kurvendiskussion