Vorbereitung auf das nächste Spiel ist für die Jungs da unten auf dem Rasen ein wichtiger Bestandteil des Fußballlebens.
Und auch die Anhänger wollen wissen, was sie am Wochenende erwartet. Munter recherchieren sie allwöchentlich drauf los. Sind Schlüsselspieler des gegnerischen Teams verletzt oder gesperrt? Mit welcher taktischen Ausrichtung ist zu rechnen? Springt deren Keeper beim Elfmeter häufiger nach links oder rechts? Nur wer Antworten auf diese Fragen parat hat, wird beim Fachsimpeln kurz vor Anpfiff wirklich ernst genommen. Gewissenhafte Analytiker lassen bei ihren Nachforschungen nicht einmal das Schiedsrichtergespann außer Acht. Ein locker in die Runde geworfenes „Laut meiner Statistik hebt der eine Assistent bei knappen Abseitssituationen eher nicht die Fahne“ macht jedem Gesprächspartner sofort klar, dass hier in der Königsklasse diskutiert wird.
Kreative Gemeinheiten
Doch das Wühlen in den Medien bringt nicht nur sportlich Relevantes ans Tageslicht. Immer wieder finden sich Informationen, die sich gegen die andere Mannschaft verwenden lassen. Trunkenheit am Steuer, Gewichtsprobleme, Kneipenschlägereien: Aus etlichen Zeitungs-Randnotizen sind schon gehässige kleine Fangesänge geworden. Gerade die Fans der Alemannia waren in der Vergangenheit nie um eine kreative Gemeinheit verlegen. Immer haarscharf an der Grenze des guten Geschmacks entlang, haben sie auf dem Tivoli schon so manchem gegnerischen Spieler eine unbedachte Äußerung singend um die Ohren gehauen. Und der hat es ihnen meist mit einer schlechten Leistung gedankt. Klarer Fall von psychologischer Kriegsführung. Ein nicht zu verachtender Bestandteil der Vorbereitung auf das nächste Spiel.
Christoph Löhr ist Redakteur und Mitherausgeber des Alemannia-Fanzines IN DER PRATSCH.
Kategorie:
Kurvendiskussion