Die Hälfte der Saison ist vorbei. Zum Jahreswechsel bietet die Winterpause allen Zweitligafans die Gelegenheit, sich sonntags endlich noch einmal der eigenen Familie zu widmen.
Schließlich ist es ein paar Monate her, seit man sich das letzte Mal ausgiebig miteinander beschäftigt hat. „Mensch, was bist Du groß geworden, Torben-Johannes.“ „Schwanger?! Sag mir sofort von wem, Jacqueline!“ „Dann geh halt zurück zu Deiner Mutter!“ Da ist es doch fast schade, dass die gemeinsame Zeit Mitte Januar wieder endet. Überall in der Republik wird dann am Tage des Herrn der Ball rollen. Nur nicht in Aachen. Denn die Deutsche Fußball Liga meint es ganz besonders gut mit den Kaiserstädtern. Bei der Ansetzung der ersten Rückrundentermine hat sie ihnen die Sonntage frei gehalten. Somit muss kein Alemanne den Braten liegen lassen, auf Spaziergang oder Mittagsschläfchen verzichten.
Durch die Lappen
Den einen oder anderen Haken hat die Sache allerdings. So finden die beiden bisher terminierten Auswärtsspiele jeweils an einem Freitag statt. Anhänger, die dennoch in Cottbus und Berlin dabei sein möchten, dürfen schon früh im Jahr die ersten Urlaubstage in die Wagschale werfen. Längst vergessen scheint das DFL-Versprechen, Partien in über 600 Kilometer entfernten Orten zu machbaren Zeiten durchzuführen. Und der Terminirrsinn trifft nicht nur die Allesfahrer. Auch Otto Normalfan muss dran glauben. Gleich drei Heimauftritte hintereinander darf die Alemannia Samstagmittags hinlegen. Eine denkbar ungünstige Zeit für Arbeitnehmer und Shoppingsüchtige. Da werden etliche Zuschauer durch die schwarz-gelben Lappen gehen. In Zeiten knapper Kassen eine mittlere Katastrophe. Aber immerhin kann man Torben-Johannes sonntags zum Trost beim Wachsen zuschauen.
Text: Chrisoph Löhr
Foto: Carl Brunn
Christoph Löhr ist Redakteur und Mitherausgeber
des Alemannia-Fanzines IN DER PRATSCH.
Kategorie:
Kurvendiskussion