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Abdullah Ibrahim bei „across the borders“: „Eine ganze Leidenschaft“

Jazzpianist Abdullah Ibrahim erhält im Rahmen des Kulturfestivals „across the borders“ den „10. Aachener Innovationspreis Kunst“

Mitte Juni startete Aachens Kulturfestival „across the borders“ in die dritte Runde. Musik, Tanz, Performance und bildende Kunst – zwei Monate wird Aachen zum Zentrum spartenübergreifender Performances. Thomas Baumgärtel, der inzwischen international bekannte „Bananensprayer“ eröffnete das Festival mit einem großen Umzug seines Karnevalswagens von Köln nach Aachen. Unter dem Motto „Freiheit für die Kunst“ zeichnete er auch den Katschhof mit seiner Graffiti-Banane aus. Im Juli geht es nun weiter mit einem Minifestival in Sankt Paul und im Krönungssaal und vielen Konzerten und Ausstellungen. Die künstlerisch bedeutendste Veranstaltung des diesjährigen Kulturfestivals ist die Verleihung des „10. Aachener Innovationspreis Kunst“ an den südafrikanischen Pianisten Abdullah Ibrahim.
Der 1934 in Kapstadt geborene Pianist und Komponist Adolph Johannes Brand wurde im Modern Jazz bekannt unter dem Namen Dollar Brand; Ende der 60er Jahre konvertierte er zum Islam und nannte sich fortan Abdullah Ibrahim. Entdeckt wurde Brand 1962 in Zürich von Duke Ellington, spielte später mit John Coltrane, Elvin Jones, Don Cherry und Ornette Coleman und hat mehrere Dutzend Alben veröffentlicht.  Abdullah Ibrahims Jazzmusik ist tief verwurzelt im damaligen Kampf gegen die Apartheid Südafrikas. Sein Song „Manenberg“ wurde zur Hymne der Antiapartheid. Manenberg ist ein Township bei Kapstadt. „Mandela“, ist ein eher fröhlich angestimmtes Lied. „Weil unsere Sache bald siegen wird“, so Ibrahim dazu. Mit dieser Prophezeiung lag er richtig und 1994 spielte er bei der Amtseinführung Nelson Mandelas.
Ibrahims alter Weggefährte, der Trompeter Hugh Masekela, spielte auf der Eröffnungsveranstaltung der WM. Auch Ibrahim, der mittlerweile in Deutschland lebt, sieht die WM in seinem Heimatland als wichtiges Ereignis, als Anschluss an die Welt. Exil und Heimat sind nicht nur Bestandteil seiner künstlerischen Identität, sondern auch Antrieb für zahlreiche soziale Projekte die der 75jährige in Südafrika initiiert. Genügend Gründe, die auch zu einer preisgekrönten Dokumentation seiner Person führten, die dem argentinischen Regisseur Ciro Cappellari unter anderem den Grimme-Preis einbrachte.

23.7.
„across the borders“: Abdullah Ibrahim und Ekaya,
im Rahmen  des 10. Aachener Innovationspreises Kunst
20 Uhr, Ludwig Forum für Internationale Kunst

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