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Rien ne va plus …

Ja, klar: Es gibt Interessenten für das Kaiserplatzgalerie-Projekt. Gespräche würden geführt. Der Standort und die Rahmenbedingungen wären ideal für ein Einkaufszentrum der geplanten Dimension. Tja, es bleibt aber irritierend, dass sich da unten einfach nichts tut. Und die Gründe dafür liegen auf der Hand: Hans Kahlen hat gezockt – und eine ganze Stadt bangt nun um den Ausgang des Spiels. Ein Kommentar von Lutz Bernhardt.

Der schillernde Architekt hat für die Projektentwicklungsgesellschaft P.E.A. die halbe Innenstadt gekauft. Zu welchen Preisen die Grundstücke den Besitzer gewechselt haben, ist nicht in Erfahrung zu bringen. Aber ein Zusammenhang wird immer deutlicher: Die Summen für den Ankauf und für die Projektentwicklung müssen so hoch sein, dass dieses 1-A-Super-Sahnetörtchen-Projekt seit drei Jahren keinen Investor findet. Denn der müsste erstmal die aufgelaufenen Kosten der P.E.A. bezahlen plus den Giga-Bau finanzieren, um dann irgendwann mit „hochkarätigen“ Mietern eine Rendite zu erzielen, deren Höhe völlig in den Sternen steht.
Was passiert, wenn kein Investor kommt? Die Stadtverwaltung gibt offen zu, dass sie so gut wie keine Möglichkeiten hat, den Prozess zu beschleunigen oder gar abzubrechen, um eine neue Planung anzugehen – wie es die Bürgerinitiative fordert. Planungsdezernentin Gisela Nacken ist an den Bebauungsplan gebunden, den sie selbst bewilligt hat. Auf Jahre!
Die Nebenwirkungen: Für jeden Vermieter, dessen Wohnungen direkt am Schandfleck liegen, für jede Oma, die sich nach Einbruch der Dämmerung nicht mehr am Bauzaun vorbei traut, für die vielen Geschäfte in der Umgebung, die bereits aufgegeben haben oder kurz davor stehen – für all diese Menschen gibt es keinen Ansprechpartner. Niemand, der zuständig ist. Noch schlimmer: Im Prinzip hängen alle weiteren Entwicklungen in der Stadt auf Gedeih und Verderb vom Fortgang oder Niedergang der Kaiserplatzgalerie ab. Weil keine Mode-Kette, kein Sportausrüster schließt einen Miet-Vertrag für „irgendeine“ Lage ab, wenn unklar bleibt, wo in Zukunft die Massen hinströmen.
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