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Gekommen, um zu bleiben

Bewegung – Migration in Aachen nach 1945: Ismail Çelik kam mit 16 Jahren aus Zentralanatolien nach Deutschland. Er arbeitete zuerst als Berglehrling im Ruhrgebiet und später 27 Jahre bei Uni-Royal in Aachen.

Heute ist der 58-Jährige Inhaber eines Restaurants und einer Spedition mit 32 Mitarbeitern. Nach unseren Maßstäben eine auch wirtschaftlich erfolgreiche Integration in das Wirtschaftswunderland und eine von 13 Lebensgeschichten, die die Ausstellung in der Nadelfabrik am Reichsweg erzählt. Ein kluger Schachzug war, die Migrationsgeschichte Aachens zu personalisieren und mit dem Berater Karls des Großen, Alkuin von York, beginnen zu lassen. Das Phänomen der Migration ist so alt wie die Menschheit, nur der Maßstab hat sich im 20. Jahrhundert verändert.
Wann und warum kamen Menschen aus aller Herren Länder überhaupt nach Aachen und wie ist es ihnen hier über die Jahrzehnte ergangen? Vier Zeitleisten geben, beginnend mit niederländischen Grenzpendlern 1919 und endend mit der Grundsteinlegung der Moschee im Ostviertel 2011, einen materialreichen Überblick. Industrielle Arbeitsplätze und Hochschulbildung waren und sind die großen Anziehungskräfte für die Einwanderer. Derzeit leben ca. 35.000 Bürger ausländischer Herkunft in Aachen.
Der Schwerpunkt der Ausstellung ist die Zeit nach 1945. Journalistische Bildzeugnisse über Leben und Alltag der Migranten gibt es vermehrt seit Mitte der 1970er Jahre. Viele der gezeigten Bilder entstammen dem Klenkes-Fotoarchiv, dem wohl größten Fundus sozialkritischer Fotografie der Region. Daneben geben Fotos aus den Familienalben der Migranten einen tiefen Eindruck in private Geschichten und Einzelschicksale. Neben leidvollen Erfahrungen bei der Wohnungs- und Arbeitssuche und vielen Beispielen von Diskriminierung zeigt die Ausstellung gleichwertig die erfolgreiche Integration und Selbstbehauptung der Migranten. Zwölf vierseitige Informationssäulen sind den Themenschwerpunkten Politik, Arbeit, Leben und Chancen zugeordnet.
Als Dauereinrichtung der Nadelfabrik konzipiert, wird die Ausstellung auch durch einige Schulen wandern, um das Thema im Unterricht zu vertiefen. Pädagogisches Material wird derzeit von der VHS innerhalb des EU-geförderten SUN-Projektes erarbeitet. Aachen gibt sich sichtlich Mühe, weiter eine offene, multikulturelle Stadt zu sein.  ///    Hans-Jürgen Serwe



bis 29.2.

„Migration in Aachen nach 1945“

Mo-Fr von 9 bis 16 Uhr, Nadelfabrik
Führung:
11.12., 11 Uhr

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Kategorie:
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