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Leben in Regalen

In Aachen hat der Ansturm neuer Studenten begonnen – früher als gedacht. Seit Mitte November demonstriert die Kampagne „Extraraum“ die Enge auf dem Wohnungsmarkt.

„Wir haben in diesem Wintersemester 900 zusätzliche Studenten erwartet. Da haben wir uns gründlich verrechnet“, gestand Oberbürgermeister Marcel Philipp bei der Präsentation der Informations-Kampagne „Extraraum“, die seit dem 15. November läuft.
Eigentlich war der Ansturm auf die Aachener Hochschulen erst für die kommenden Jahre ausgerechnet, doch schon zum Wintersemester 2011/12 haben sich spürbar mehr Studenten an den Aachener Hochschulen eingeschrieben. Allein an der FH waren es 2.600 Erstsemester mehr als im letzten Wintersemester.
Und so richtig dick kommt es in zwei Jahren – dann entlassen die Gymnasien in NRW zwei Abiturjahrgänge gleichzeitig. Zusammen mit dem Wegfall von Wehr- und Zivildienst macht das eines unmissverständlich klar: Aachen braucht mehr Platz!
Da ist es gut, dass die Kampagne der Stadt Aachen sowie beider Hochschulen jetzt schon auf das Kernproblem hinweist: Enge auf dem Wohnungsmarkt. Auf ungesund wenig Platz kauern Studenten des Fachbereichs Design der FH auf den Plakaten, die überall in der Innenstadt zu sehen sind. Eingepfercht in kleinen Regalfächern pauken sie, kochen Spaghetti, feiern und treffen Freunde – was Studenten eben so machen. Eben nur auf viel zu kleinem Raum.
Ein Grund zur Panik, so verprach der OB, sei das alles aber nicht – schließlich gebe es „viele interessierte Investoren.“ In den kommenden zwei Jahren soll demnach durch Neubauprojekte Platz für 1.500 Studierende geschaffen werden, zum Beispiel in der Roermonder-, Schenkendorf- oder in der Sandkaulstraße.
Aber das ist noch zu wenig. Auf der Homepage gibt es darum eine Wohnungsbörse und Informationen für bauwillige Investoren und private Mieter und Vermieter. Sei es ein ausgebauter Dachstuhl, ein nicht mehr benötigtes Kinderzimmer oder sogar ein ganzer Neubau – jeder zusätzliche Quadratmeter hilft dabei, dem Studentenansturm in den kommenden Jahren gerecht zu werden. 

/// Marcus Erberich

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