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Liebe in Zeiten des Terrors

Die Barockfabrik veranstaltet ein breit gefächertes Programm rund um den Roman „Mojsche und Rejsele“ von Karlijn Stoffels.

Tel Aviv, 1995. Hier lebt Mojsche Schuster. Ein Radiosender fragt bei ihm an, ob er über seine Zeit in Warschau berichten würde. Er lehnt ab, zu schmerzhaft sind die Erinnerungen. Kurz darauf ändert er seine Meinung und trifft im Studio seine Jugendliebe Rejsele wieder.
Beide waren 1939 zusammen im jüdischen Waisenhaus des fürsorglichen und verständnisvollen Dr. Janusz Korczak. Obwohl sehr unterschiedlich, fühlen sich beide stark zueinander hingezogen, leider werden sie durch den Krieg und die Verfolgung durch die Nazis scheinbar endgültig getrennt. Während Mojsche sich dem Widerstand anschließt, werden Dr. Korczak und 200 Waisenkinder von den Nationalsozialisten ermordet.
Dies ist der grobe Inhalt aus Karlijn Stoffels Roman „Mojsche und Rejsele“. Die Ermordung des Doktors und seiner Schützlinge sind historisch belegt, die beiden Hauptpersonen sind allerdings fiktiv. Die Zuneigung von Mojsche und Rejsele zueinander und ihre langsame Annäherung sind zeitlos und lassen den Leser emotional in die Geschehnisse eintauchen.
Die Barockfabrik nutzt den Roman als Aufhänger und präsentiert vom 1. bis zum 5. Februar ein Programm, was einerseits den Inhalt des Buchs vertieft, andererseits durch aktuelle Fragestellungen eine Brücke zur heutigen Zeit schlägt. Während aller Veranstaltungen werden Bilder gezeigt, in denen die Malerin Susanne Patzke – durch den Roman inspiriert – der individuellen Entwicklung der Protagonisten und der historischen Entwicklung nachspürt.
Zum Auftakt des Programms wird es am 1. Februar um 19 Uhr eine Lesung mit musikalischer Untermalung geben. Karlijn Stoffels wurde bei ihrem Buch von dem Komponisten Mordechai Gebirtig beeinflusst. An diesem Abend werden viele seiner Werke vorgetragen, durch die die Stimmung im damaligen Polen greifbar wird. Dieses Programm wird auch speziell für Schulklassen angeboten, am 2. Februar jeweils um 9.30 und um 11 Uhr.
Am Freitag, 3. Februar, um 9.30 Uhr gibt es ein weiteres Highlight. Die Barockfabrik zeigt einen dokumentarischen Film von Herbert Ruhland über ein jüdisches Kind, das der Verfolgung entgehen konnte. Der heute 81-jährige Helmut Clahsen ist selbst anwesend, um als Zeitzeuge zu berichten.
Bei der Abschlussveranstaltung am Sonntag wird die Malerin Susanne Patzke selbst anwesend sein und es besteht die Möglichkeit zum Austausch. Außerdem spielt Let’s Klez, ein Quartett, das vor allem osteuropäische Musik und Klezmer-Standards spielt – eine vorwiegend instrumentale und in jüdischer Tradition stehende Musik.

/// Thomas Hintzen


1.-5.2.
„Mojsche und Rejsele – 8 Kapitel, 8 Strophen, 8 Bilder“
diverse Uhrzeiten, Barockfabrik

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