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Buch: „Big Bang des Pop“

Ernst Hofackers Buch „Von Edison bis Elvis. Wie die Popmusik erfunden wurde“.

Es sind erst knapp anderthalb Jahrhunderte, in der die Aufzeichnung von Musik möglich ist. „Früher war es still auf der Welt. Musik war allenfalls dort zu hören, wo sie gemacht wurde.“ Mit diesen einleitenden Gedanken beginnt der Autor Ernst Hofacker seine lesenswerte Abhandlung über die Entstehung der Popmusik. „Wer Musik hören wollten, musste dorthin, wo die Musiker waren. Man wurde direkter Zeuge der Entstehung von Musik, die allerdings im nächsten Moment wieder weg war.“
Heutzutage ist Musik weder an ihre Komponisten/Interpreten, den Datenträger oder gar die Zeit gebunden. Was der Tenor Enrico Caruso unter simplen technischen Bedingungen in einen Schalltrichter sang, kann heute nach aufwändig restauriertem Verfahren in digitaler Qualität genossen werden. Musik ist also überall und anscheinend für immer verfügbar. Was wie eine akustische Variante des Schlaraffenlandes klingt, schafft andererseits eine Menge Probleme: die Akzeptanz von Musik ist gesunken, die Erlösmodelle gehen seit knapp zwei Jahrzehnten in den Keller und Hofacker erwähnt interessante soziologische Phänomene: Während man bis in die 80er Jahre nur in seltenen Fällen und von seiner Umgebung isoliert Musik mit Kopfhörer hörte, ist das Dank Handy, MP3-Player und I-Pod in der heutigen Öffentlichkeit die Regel.
Hofacker spricht von einem „dynamischen Dreieck“, welches die Musik vorantreibt. Zu ihm gehören der musikalisch-kulturelle, der technische Fortschritt sowie das Business. Die Erfindung immer besserer Datenträger-Formate, die sich ewig erneuernden Pop-Zyklen, jeweils in die Zielgerade gebracht von cleveren Vermarktern, die Popmusik in immer wieder neue einträgige Verwertungsmodelle einschleusen – Stichwort I-Tunes. „Von Edison bis Elvis“ schildert aber ebenso die parallelen Entwicklungen von Klassik, Rock, Jazz und der Unterhaltungsmusik. Einzelne Kapitel widmen sich der Erfindung des Radios oder wie Jazz zum Pop und die Gitarre laut wurde. Der weite Weg des Pop endet schließlich mit den Kapiteln „Von Elvis bis Eminem“ und „Facebook rocks – das neue Jahrhundert“.  ///     rm

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