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Herbert und die Region

Lontzen, East Belgian Park

Herbert Grönemeyer hat seit Anfang der 90er Jahre in unserer Gegend seine Spuren hinterlassen. Eine ganz spezielle Geschichte – mit offiziellen Konzerten, aber auch privaten Besuchen und sportlichen Aktivitäten.

1984 hat Herbert Grönemeyer seinen Manager Klaus Ulrich kennengelernt. Anlässlich von zwei  Präsentationskonzerten für die Platte „Bochum“ empfahl ihm seine neue Plattenfirma EMI den gebürtigen Stolberger Ulrich als Konzertveranstalter. Grönemeyer erinnert sich 1994 in einem Klenkes-Interview: „K.U. lief ein mit seinen langen Haaren, Goldkettchen und sagte: ,Ich bin der Konzertveranstalter.‘ Ich sagte: ,Ach, ist ja sehr interessant.‘ Er sagte: ,Ja, ich habe schon genügend Konzerte veranstaltet‘, und ich dachte mir, der kann ja viel erzählen. Und dann hat er diese beiden Konzerte gemacht, in der Zeche in Bochum. (…) Es stellte sich in der Arbeit eben heraus, dass er wirklich ganz große Qualitäten hat. K.U. weiß wirklich Bescheid, ist wirklich integer.“
Zehn Jahre später, am 10. Juni 1994, spielte Herbert Grönemeyer im Rahmen der „Chaos“-Tournee ein Open Air-Konzert am Alsdorfer Weiher. Special Guest war kein Geringerer als die britische Mod-Ikone Paul Weller. Anlässlich dieses Konzertes führte der Klenkes in Köln ein Interview mit Grönemeyer und sprach auch über die „Bunte Liga“ in Aachen, ein Zusammenschluss von Freizeit- und Thekenmannschaften. Grönemeyer kickte in der Mannschaft der Aachener Discothek „Metropol“ (das heutige B9), die damals auch eine viel beachtete Bühne für Livekonzerte war.
Bereits 1987/88 entschied sich Grönemeyer, sein geplantes Album „Ö“ nicht mehr in den EMI-Studios in Köln aufzunehmen, sondern was Neues auszuprobieren.
Was verbindet er heute noch mit diesen Tagen in Belgien? „Damit verbinde ich den häufig gesprochenen Satz der Dame, die für uns gekocht hat: ,Ich hab noch Fritten da!‘ Wir haben ein komplettes Haus in Membach bei Eupen gemietet, das Schlagzeug in die Küche gestellt und haben dort zwei Monate lang ,Ö‘ aufgenommen“, erklärte Grönemeyer vor wenigen Wochen im „Grenz-Echo“-Interview. „Es gab wahnsinnig viele Biersorten, ich meine um die 200, deshalb war das eine sehr feuchtfröhliche Zeit. Wir nannten die Abstürze die ,Eupener Keule‘. Wir haben eine tolle Zeit dort gehabt, was man dieser sehr heiteren Platte dann auch anhört.“
Nicht viel später zog es ihn musikalisch ein zweites Mal ins benachbarte Ostbelgien. Er spielte im Eupener Capitol einen nicht beworbenen Testgig zu seiner kommenden großen Deutschlandtournee – ein probates Mittel, welches auch später die Fantastischen Vier oder die Beatsteaks an gleichem Ort absolviert haben.
Im ostbelgischen Lontzen ist der Rückrundenstart der „Schiffsverkehr“-Tournee. Warum die Wahl auf die Provinz fiel? „Wir haben es immer so gemacht, dass wir nach der Veröffentlichung einer Platte zuerst die größeren Städte gespielt haben, da sich an dem Punkt noch gar nicht absehen ließ, wie groß die allgemeine Nachfrage sein würde. Dann haben wir immer noch eine zweite Tour durch andere Orte gemacht, die im Grunde immer der schönere Teil war.“  /// Zusammengestellt von Richard Mariaux

17.5.
Herbert Grönemeyer
„Schiffsverkehr“-Tournee
Industriepark, Lontzen (BE)

Karten gibt es im Kapuziner Karree

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