Gleich mit dem Debüt schafften die Kanadier 2004 den Durchbruch. Für den „Rolling Stone“ war „Funeral“ sogar das beste Album der „Nullerjahre“.
Drei Jahre später setzten Arcade Fire mit dem dunklen, dramatischen – ach was - bombastischen „Neon Bible“ erneut Maßstäbe. Tatsächlich durfte man sich fragen, was nach diesem Opus Magnum noch kommen sollte. Progrock deluxe? Zum Glück nicht! Wenn man so will, ist die Band um das singende und komponierende Ehepaar Win Butler und Régine Chassagne wieder zurück in der Normalität. Statt Songs über die Paranoia und den religiösen Wahn der Bush-Ära widmen sich Arcade Fire nun den Vorstädten, in denen sie aufgewachsen sind. Bei Butler ist das eine Suburb von Houston, Texas, die hier stellvertretend für alle spießigen und todlangweiligen Vorstädte der USA steht. Die Musik zu den Vorstadtstorys ist hingegen alles andere als langweilig. Statt erneut in Pomp und Gloria zu schwelgen, breitet die siebenköpfige Formation aus Montreal mit viel Liebe zum Klang-Detail seine erhabene Songkunst zwischen 70er Jahre Rock, hymnischem Pop, melancholischem Country und Folk sowie Echos aus der New-Wave-Ära aus. Einmal mehr fasziniert die Experimentierlust der Band, die hier selbst vor Balladenkitsch und Discoabstechern á la Blondie („Sprawl II“) nicht zurückschreckt. (City Slang/Universal) /// vst
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