Aachens Stadtkämmerin Annekathrin Grehling hat gemeinsam mit Oliver Märker vom Institut Zebralog erste, jedoch nicht abschließende Ergebnisse der umstrittenen Online-Umfrage vorgestellt.
Größte Ablehnung erfuhr der Punkt „Allgemeine Einsparung im Kulturbereich“. 58,4 Prozent der Teilnehmer sprachen sich gegen derartige Kürzungen aus. Auch die „Erhöhung der Grundsteuer B“ fand nicht viele Freunde (56,4 Prozent Ablehnung). Den Punkten „Variabler Unterrichtsbeginn“, „Betriebsferien der Stadtverwaltung“ und „Einführung einer Tourismusabgabe“ wurde von den Bürgern weitgehend zugestimmt.
Wie das durch die Befragung gewonnene Meinungsbild in die aktuelle Politik einfließen könne, darüber wollte sich Grehling nicht detailliert äußern. „Die Ergebnisse der Befragung könnten zu einem grundsätzlichen Hinterfragen von Projekten führen, auch wenn sie nicht rechtsverbindlich sind. Für uns ist es schon ein Erfolg, dass der städtische Haushalt Gegenstand der öffentlichen Diskussion geworden ist. Unser Fazit der Aktion: die Bürger möchten gerne mitmachen.“
Eine Beteiligungsquote von 2,7 Prozent der wahlberechtigten Bevölkerung sei ein gutes Ergebnis, so Oliver Märker, Geschäftsführer des die Befragung durchführenden Instituts Zebralog. An der Umfrage konnte jedermann teilnehmen, alleinige Voraussetzung war ein Internetzugang. Insgesamt wurde der Fragebogen 7.192 Mal aufgerufen. Allerdings gingen nur 5.047 in die Auswertung ein, denn es gab bei der Auswertung Kriterien, die zu einem Ausschluss führten. Nicht berücksichtigt wurden 1.216 Bögen, die schon auf der ersten Seite abgebrochen, 657 Bögen, in denen keinerlei Angaben gemacht, und 273 Bögen, die in weniger als 60 Sekunden ausgefüllt worden waren – ein Merkmal für „fehlende Ernsthaftigkeit“.
„Wirksame Manipulationsversuche wie Mehrfachabstimmungen konnten wir nicht entdecken“, sagte Märker. Auf die Nachfrage, nach welchen Kriterien mehrfach von einer IP-Adresse abgeschickte Abstimmungen bewertet wurden, fand der Institutsleiter jedoch keine eindeutige Antwort. Grehling und Märker wiesen mehrfach darauf hin, dass die Auswertung der Maßnahme noch nicht abgeschlossen sei. Allerdings sei von gravierenden Trendwenden nicht auszugehen.
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