„Bei den alten Renaults meiner Eltern hat es schon mal ordentlich gerappelt“, erinnert sich Christoph Allemand, Teilnehmer unserer „Klenkes-Leser testen“-Aktion.
Für uns fuhr er den neuen Renault Grand Scénic und spricht von einem Quantensprung in Sachen Qualität. Aber hält auch das Platzwunder Grand Scénic, was es verspricht?
„Gerade ein Familienauto muss bezahlbar bleiben“, so Renaults Produktmanager Sébastien Auguin. Der Rotstift wurde zwar angesetzt (die Basisversion des neuen Modells ist ca. 2.000 Euro günstiger als bisher), zu sehen ist davon aber nichts: Äußerlich modern und alles andere als zusammengekürzt, ist das neue Modell mit 4,56m Länge sogar noch um sieben Zentimeter länger als der Vorgänger. Der Innenraum kann sich ebenso sehen lassen: „Auch wenn die Materialien die ganze Spanne zwischen edel und billig auszuschöpfen scheinen, ist innen heute alles sehr angenehm und solide, das war früher deutlich liederlicher“, bemerkt Allemand. Das Cockpit spreche ihn nicht so an, was hauptsächlich am mittigen Tacho liege. „Das ständige Schauen leicht nach rechts ist für mich einfach ungewohnt, genau wie die vielen digitalen Anzeigen.“ Die Handhabung insgesamt sei aber erstklassig. Zwei Extras haben es Allemand besonders angetan: der Boardcomputer, über den sich z.B. der Momentanverbauch ablesen lässt („Bei den Spritpreisen sinnvoll!“), und die für Fahrer und Beifahrer getrennt einstellbare Temperaturregelung.
Erste leise Zweifel hört man beim Sitzkomfort heraus: Nach Einschätzung unseres Testers passten keine sieben Personen bequem in den Grand Scénic, „schon bei fünf Leuten wird es wohl eng, denke ich.“ Denn im hinteren Bereich ist die Beinfreiheit arg eingeschränkt, in der dritten Reihe scheint gar nur Platz für Kinder. Die volle Punktzahl gibt es hingegen für den Sitzkomfort für Fahrer und Beifahrer. Insgesamt biete der Wagen jedoch hinreichend Platz, die Sitz(de)montage zur großzügigen Beladung im hinteren Bereich sei kinderleicht.
Die Großzügigkeit in Höhe und Länge wirkt sich natürlich auf Fahrverhalten und Spritverbrauch aus. Letzteren konnte unser Tester nicht einschätzen: „Mir fehlt schlichtweg die Erfahrung mit einem Wagen dieser Größenordnung.“ Der Verbrauch scheine aber weder außergewöhnlich hoch, noch ungewöhnlich niedrig zu sein. In Sachen Fahrverhalten gibt es lediglich Abzüge bei der Kurvenlage, was der Größe des Wagens geschuldet sei. Sonst aber durchweg gute Noten für Beschleunigung und Bremswirkung, für Schaltwege und Fahrgefühl im Allgemeinen. „Der Grand Scénic hat einen guten Zug und bleibt in ruhiger Fahrlage“, zeigt sich Allemand zufrieden. Was nicht zuletzt auch Sicherheit vermittelt. „Bäume habe ich extra ausgelassen“, grinst unser Tester, doch die hohe Sitzposition, die bullige Erscheinung des Wagens und die von Renault gewohnt hervorragenden Sicherheitstests vermittelten ein hohes Sicherheitsgefühl.
Christoph Allemands Fazit: „Der Grand Scénic hinterlässt einen sehr guten Gesamteindruck. Im Gegensatz zu früher gab es einen deutlichen Qualitätssprung. Dass zwischen ihm und mir keine Magie aufkam, liegt einzig daran, dass er für unsere Ansprüche leider viel zu groß ist.“ Genug Platz ist also da.
Renault Grand Scenic
Leistung: 110 PS/ 81 KW
Höchstgeschwindigkeit: 185 km/h
Beschleunigung von 0 auf 100 km/h: 12
Kraftstoffverbrauch (kombiniert): 7,5l/100km Superbenzin
CO2 Emission:
Länge x Breite x Höhe: 4,56m x 1,84m x 1,67m
Kofferraum: 678 l bis 2083 l
Basispreis: 20.200 Euro
Fünf Sterne für
Design außen
Bremswirkung
Motorengeräusch
Schaltwege/Schaltung
Handhabung
Platzangebot Fahrer/Beifahrer
Stauraum
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