„Ich habe mir hier mal ein paar Notizen gemacht“, sagt Klenkes-Leser Detlev Wuchold.
Der Tester des Kalkhoff Pedelec ist gut vorbereitet. Und gewissenhaft. Ein kleiner DIN-A5 Zettel, beidseitig beschrieben, der beinahe alle Antworten auf die Fragen enthält, die wir eigentlich erst noch stellen wollten. Sehr schön, denn mit dem selben Elan ist Detlev Wuchold auch an den Test des Pedelec heran gegangen.
Vorab: Ein Pedelec (Pedal Electric Cycle) ist zwar ein Elektrofahrrad, aber kein e-Bike. Der Unterschied besteht darin, dass ein e-Bike auch ohne Treten angetrieben werden kann, ein Pedelec hingegen wird hybrid mit Elektromotor und Muskelkraft betrieben. Beim hier getesteten Modell wird letztere durch ersteren bis zu einer Geschwindigkeit von 40km/h unterstützt. Ausreichend „für den älteren Herrn“, sagt Wuchold augenzwinkernd. Man fühle sich, „als hätte man plötzlich eine zweite Pumpe!“ Bergstrecken, die man sich sonst nicht mehr zutrauen würde, könnten wieder genommen werden, erzählt der Rentner begeistert. Dabei funktioniere die Unterstützung durch den Elektromotor so sanft und fließend, dass man den Unterschied während des Fahrens erst gar nicht wahrnehme. „Ich habe den Motor mal zwischendurch ausgeschaltet und war baff, wie viel Kraft plötzlich wegfiel.“
In der Gesamtbewertung gibt es nur gute Noten von unserem Tester: Erster Eindruck, Design und Verarbeitung seien allesamt positiv aufgefallen, gleiches gilt für die bereits genannte Geschwindigkeit und für das Bremsverhalten, auch „wenn ich bisher keine Gelegenheit hatte, die Bremsen bei Regen zu testen“, so Wuchold. Das Handling insgesamt sei sehr intuitiv, so dass man sich ganz und gar aufs Fahren konzentrieren könne. Und das Fahrgefühl sei u.a. deshalb alles andere als künstlich, schließlich setze die Unterstützung ja erst bei Druck auf die Pedale ein, und erst bei großer Belastung, etwa einem steilen Anstieg, „spürt man so etwas wie einen sanften Anschub. Man wird quasi jünger.“
Was die Akkuleistung angeht, so hat Detlev Wuchold festgestellt, dass „man sich im Großen und Ganzen auf die Herstellerangaben verlassen kann.“ Natürlich spielten das Gewicht des jeweiligen Fahrers und die Art der Strecke auch eine Rolle. Bei voller Belastung habe eine Akkuladung für 45 Kilometer gereicht, bei sparsamem Gebrauch sogar 75 bis 80 Kilometer. Leider dauere ein erneutes Aufladen eines leeren Akkus, was übrigens an einer normalen Steckdose stattfindet, drei bis sechs Stunden. Zu lange, um es mal eben während einer Rast an einer Gaststätte zu erledigen. Allerdings sei das Rad mit einer 9-Gang Kettenschaltung versehen und vom Aufbau her so leicht, dass man zur Not „eine Teilstrecke auch aus eigener Kraft schaffen kann, wenn man sich wirklich mal verschätzt hat.“ Aber man wisse ja, dass die Kapazität begrenzt ist und könne sich gut darauf einstellen.
Der Anschaffungspreis sei nicht ganz ohne, der Stromverbrauch zum Aufladen bewege sich wiederum im Cent-Bereich und könne vernachlässigt werden. Bleibe abzuwarten, „wie sich eventuelle Wartungskosten niederschlagen“, so Detlev Wuchold weiter.
Trotzdem: „Ich würde dieses Pedelec nehmen!“ Die anfängliche Sorge unseres Testers, man lache sich hier ein Seniorenrad an, mit dem man endgültig zum alten Eisen gehöre, habe sich nicht bestätigt. Im Gegenteil: „Ich weiß nicht, ob junge Menschen tatsächlich auf ein Pedelec zurückgreifen würden, aber wenn man diese Hilfe braucht, weil einem z.B. schon mal schneller die Puste ausgeht, bekommt man mit diesem Fahrrad ein Stück Lebensqualität zurück. Vor allem, weil man ja nicht einfach nur vom Motor gefahren wird, sondern selbst in die Pedale tritt und damit auch selbst die Unterstützung bestimmt. Das ist ein wahrer Jungbrunnen!“
Pedelec von Kalkhoff
Neupreis: ab 1.799 Euro
Gewicht: 22 kg
9-Gang Kettenschaltung
Geschwindigkeit bis 40km/h wird unterstützt
Radgröße/Reifen: 2X Zoll
Motor mit 3 Stufen: Eco (50%), Standart (100%), High (150%)
Haltbarkeit des Akkus: bei sparsamen Gebrauch 75-80 km
Ladezeit: 3-6 Stunden
„Auftanken“ an jeder Steckdose (220V)
keine Helmpflicht
kein Führerschein erforderlich
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