Schneeschippen auch bei der AlemanniaPluszeichen

Kurvendiskussion No. 6 - Eine Schippe drauf

„Boa, wat hab ich kalt.“ So oder so ähnlich hörte man in den letzten Wochen etliche Mitbürger klagen.

Allen Klima-Unkenrufen zum Trotz machte der Winter ganz ungeniert einen auf Renaissance. Mit zwei Monaten Schnee am Stück und allem Pipapo. Aber Hand aufs Herz: Es war doch nicht alles schlecht. Bei der Alemannia zum Beispiel wurde wärmend zusammen gerückt. Eben noch einfach nur Kunde der Fußball-GmbH, durfte man sich endlich wieder einmal als Fan fühlen. Ja sogar als Teil der Familie. Vor jedem Heimspiel wurden alle schwarz-gelben Cousins und Großneffen zum Schneeräumen zusammengetrommelt. Damit man sich nicht an wildfremdes Werkzeug gewöhnen musste, durfte jeder Helfer noch gleich seine eigene Schaufel mitbringen. Wer sich über solch identifikationsbildende Aktionen lustig macht, muss schon ein ziemlicher Miesepeter sein.
Rasenmäher, Laubbläser, Torriecher
Für den eigenen Verein legen echte Anhänger eben gerne eine Schippe drauf. Es bleibt nur zu hoffen, dass sich die Alemannia ihre hilfsbereiten Fans warm hält. In so einem großen Stadion gibt es schließlich auch nach der Schneeschmelze immer etwas zu tun. Eventuell hat der eine oder andere Freiwillige einen leistungsstarken Rasenmäher zu Hause herumstehen. Einen Hochdruckreiniger. Oder einen Laubbläser. Vielleicht sogar einen Torriecher. Auch an die Zukunft sollte der Verein denken. Wenn im Rahmen der Erderwärmung demnächst die Regenzeiten über Aachen toben, werden bestimmt Leute gebraucht, die mit der eigenen Zahnbürste die Drainage unter dem Spielfeld freischrubben. Und auf den Rängen hört man alle miesepetrigen Mitbürger klagen: „Boa, wat hab ich warm.“ ///

Christoph Löhr ist Redakteur und Mitherausgeber
des Alemannia-Fanzines IN DER PRATSCH.

Weiterempfehlen:

Weiterempfehlen oder mit Freunden verabreden

Kategorie:
Kurvendiskussion

Suche

Newsletter

E-Paper

Tageskalender