
Christoph Löhr ist Redakteur und Mitherausgeber des Alemannia-Fanzines IN DER PRATSCH und bietet den Klenkes-Lesern monatliche Einblicke in die Welt der Alemannia.
Früher war das Leben als Fußballfan noch einfach. Und so herrlich langsam. Selbst wenn im Herbst naturgemäß das Laub fiel und die Trainerstühle wackelten, kam nur einmal am Tag die Zeitung ins Haus. Deren Neuigkeiten konnte man dann nach Herzenslust mit Leidensgenossen bereden. Für Nachschub wurde ohnehin erst vierundzwanzig Stunden später gesorgt. Wer nicht gerade mit einem Insider verwandt oder verschwägert war, bekam tiefer gehendes Wissen allenfalls, wenn er mit „der Hund jing“. Und so sah man, wann immer am Tivoli Gesprächsstoff geboten wurde, kleine Männergrüppchen mit ihren Hassos und Bellos an Aachens Straßenecken stehen. Diskutierend, schwadronierend, philosophierend. Einig war man sich meist nur in einem Punkt: „Die kriegen es schon wieder nicht gekramt.“
Schwarz-Gelb durchgekaut
Heutzutage muss man für diese Erkenntnis gar nicht mehr bis vor die Türe gehen. Schließlich finden sich im Internet etliche virtuelle Straßenecken, an denen man sich austauschen kann. Irgendwo wird immer etwas Schwarz-Gelbes durchgekaut. Als im September die Suche nach einem neuen Übungsleiter in die heiße Phase ging, ließ es die vernetzte Alemannia-Gemeinde richtig krachen. Wer es darauf anlegte, bekam im Minutentakt neueste Informationen und Meinungen ins Haus. Kein Kandidat kam ungeschoren davon, keine Wasserstandsmeldung blieb unkommentiert. Furchtbar anstrengend. Aber mindestens genauso unterhaltsam. Zum großen Finale fanden sich dutzende Anhänger in einem Onlineforum ein. Auf die endgültige Vorstellung des neuen Trainers wartend, waren sich schnell alle einig: „Die kriegen es schon wieder nicht gekramt.“ Und währenddessen jing die Mama mit der Hund.
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Kategorie:
Kurvendiskussion