von Christoph Löhr
Neulich waren die Geißböcke in der Stadt. Zum Ausklang der ersten Trainingswoche nach der Winterpause hatte sich die Alemannia zu einem Testspiel mit dem 1. FC Köln verabredet. Seine erste Garde ließ der ruhmreiche Eff Zeh für diesen Kick allerdings zuhause. Stattdessen wurde eine aus Jungspunden und Ersatzspielern bestehende Truppe von der Dom- in die Kaiserstadt geschickt. Eine Maßnahme, mit der eine Menge Leute nicht einverstanden waren – die Köln-Fans unter den rund 13.200 Zuschauern, zum Beispiel. Ein wenig mehr als den Anblick ihres rot-weißen Nachwuchses hatten die sich von dem Spiel bestimmt versprochen. Auch die Verantwortlichen der Alemannia wirkten beim Anblick der Aufstellung ein wenig verschnupft. Das erwartete Prestige-Duell war schon vor dem Anpfiff zum Derbychen geschrumpft. Von den vollmundig angekündigten „Stars um Lukas Podolski“ keine Spur.
Von wegen „ganz egal“
Kann ich die Unzufriedenheit bis zu diesem Punkt noch nachvollziehen, so fehlt mir für einen anderen Teil der hinterher Grantelnden jegliches Verständnis: für diejenigen, die sich selbst als Anhänger der Alemannia bezeichnen. Allzu weit her scheint es für die nicht zu sein mit dem „ganz egal, wo Du spielst, gegen welchen Verein“, wie es den Schwarz-Gelben an ziemlich jedem Spieltag entgegen gesungen wird. Befeuert wird diese Haltung sicherlich noch durch die Alemannia selbst, die bei der Bewerbung solcher Partien eher auf die Attraktivität des Gegners setzt als auf die eigene. Bleiben die vermeintlichen Attraktionen zu Hause, steht man schnell mit herunter gelassenen Hosen da. Dabei sind Testspiele schon immer nur eines gewesen: Testspiele. Dass man die sogar gegen ein Kölner C-Ensemble 2:1 verlieren kann, ist das eigentlich Ärgerliche an der ganzen Geschichte. ///
Christoph Löhr ist Redakteur und Mitherausgeber
des Alemannia-Fanzines IN DER PRATSCH.
Kategorie:
Kurvendiskussion