Zum Goldenen Einhorn

Babybier und Blutwurst Als Dieter Becker vor zwei Jahren das Angebot bekam, das Traditionshaus Zum goldenen Einhorn zu übernehmen, lehnte er erst mal ab. „Gutbürgerlich, rustikal, da hatte ich eigentlich keine Lust drauf“, erzählt er, „aber dann habe ich mich in das Lokal verliebt und beschlossen, es zu wagen“. Bereut hat er es nicht …

Babybier und Blutwurst - Als Dieter Becker vor zwei Jahren das Angebot bekam, das Traditionshaus Zum goldenen Einhorn zu übernehmen, lehnte er erst mal ab. „Gutbürgerlich, rustikal, da hatte ich eigentlich keine Lust drauf“, erzählt er, „aber dann habe ich mich in das Lokal verliebt und beschlossen, es zu wagen“. Bereut hat er es nicht, im Gegenteil. Das im klassizistischen Stil gehaltene Haus zum Einhorn am Aachener Markt hat eine lange Geschichte, schon Mitte des 15. Jahrhunderts wurde das „Wein, Bier und ander Getränks Wirthshaus“ erwähnt. Seit dem zweiten Weltkrieg wurden viele Renovierungs- und Verschönerungsarbeiten an der Blausteinfassade und im Hausinneren durchgeführt und machten es zu einem der schönsten Gasthäuser Aachens. Der bekannte Holzbildhauer Christian Schieren schuf als eins seiner letzten Werke die Eingangstür. An der geschützten Einrichtung und Dekoration durfte der neue Geschäftsführer nichts verändern, wohl aber die Speisekarte. Friedlich vereint findet man hier jetzt deftig-gutbürgerliche Gerichte und solche aus der gehobenen, mediterran geprägten Küche. Nach wie vor überaus beliebt ist der Einhornteller (Kasseler, Bratwürstchen und gebackene Blutwurst mit Sauerkraut und Kartoffelpüree) oder auch Aachener Sauerbraten mit Printensauce. Daneben wird aber auch Lammrückenfilet auf Rosmarinjus, Spaghetti mit Ruccola-Pesto oder Grappa-Parfait an Trauben-Confit geboten. Entsprechend gemischt ist auch das Publikum, an der Theke trinken Stammgäste in aller Ruhe ein Bier, während Geschäftsleute sich hier in der Mittagspause eine Auszeit vom hektischen Arbeitsalltag gönnen oder Touristen die vielen Krüge, bemalten Kacheln oder Holzschnitzereien bestaunen. Der „Qualitätsfanatiker“ Becker legt besonderen Wert auf aufmerksames Personal, dessen Freundlichkeit nicht aufgesetzt, sondern herzlich wirkt - besonders zur Weihnachtsmarktzeit eine echte Herausforderung. Ebenfalls eher unerwartet im rustikalen Ambiente ist die Auswahl anspruchsvoller Weine, - auch die „besseren“ werden glasweise ausgeschenkt — Zigarren und Zigarillos. Dieter Becker`s Favorit ist die stattliche Santa Damiana „Torpedo“ im Raketenformat. Und noch eine Besonderheit gibt`s hier: Das sogenannte Babybier im 0,1 l-Glas ist bestens geeignet um Runden auszugeben ohne sich gleich zu ruinieren. „Und bei so kleinen Gläsern können auch die Damen mithalten“, preist Becker das Minibier. Na dann Prost!

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