Outbaix Musikclub

Veranstaltungsorte Tanzböden

Phoenix aus der Asche: Das Outbaix in Übach-Palenberg. Mit viel Engagement wird eine Ruine wieder zum Vorzeige-Liveclub der Region.


Clubs für viel Livemusik kann man außerhalb von Aachen und der benachbarten Euregio an ein paar Fingern abzählen. Weder gibt es diese Einrichtung in Würselen, Stolberg oder Eschweiler (Kneipenwirte, die einmal monatlich so etwas anbieten, bestätigen die Ausnahmeregel), noch in der Eifel (der vielleicht auch die nötigen Einwohner fehlen). Das kleine Städtchen Übach-Palenberg, bereits kommunal zum Kreis Heinsberg gehörend, ist seit mehr als 30 Jahren die große Ausnahme, was auch mit dem Engagement dort ortsansässiger Menschen zu tun hat. Aber dazu später.

Erst waren es über viele Jahre die Konzerte in der „Rockfabrik“, einer Discothek im Übacher Gewerbegebiet, folgend im „Tatort“, dem der WDR den Namen verbot und dann in „Outbaix“ umbenannt wurde. Das „Outbaix“ liegt unweit des Übacher Hallenbads in einem Grüngürtel auf einer Anhöhe, angrenzend an den Platz des VfR Übach-Palenberg. Nach einem gesundheitlich begründeten Betreiberwechsel fuhr ein neuer, aus Köln stammender Inhaber den Club innerhalb von anderthalb Jahren an die Wand, sprich in die Insolvenz.

Das Objekt, zwangsversteigert für 120.000 Euro, jetzt im Besitz der Stadt, verkam über die folgenden Jahre. Vandalismus hinterließ den neuen Betreibern Dutzende Container voller Müll sowie ein spät entdecktes marodes Abwassersystem rund um die Immobilie. Das über mehrere Jahre andauernde große Engagement von rund einhundert ehemaligen Stammgästen, den „Outbaix-Followern“, sowie das neue Konzept der jetzigen Betreiber Michael Kerres, Wilfried Schüller und Programm-Booker Fritz Knizia, überzeugte die Stadt Übach letztlich, die mittlerweile heruntergekommene Immobilie in neue Hände zu übergeben.

Kerres und Schüller sind nach ihrer Erinnerung zwischen 2005 und 2007 Stammgäste des Liveclubs geworden, schätzten neben dem Programm die familiäre Atmosphäre. Fritz Knzia ist auch weit über Übach hinaus, seit vielen Jahrzehnten eine feste Szenegröße. Ein versierter Bassist zwischen Jazz und Rock, zu seinen Musikstationen zählten Silvi & die AWACS, Fritz Blitz, die Santana-Tribute-Band Supernatural, die aktuell leiseren Formationen Tortuga Jazz oder The Hobbyraums. Seit Gründung der „Rockfabrik“ in den frühern 80er Jahren ist Knizia in Sachen Programm durchweg Herz und Hirn bis zum Neustart des „Outbaix“ im September 2019.

Für frühere Outbaix-Besucher gibt es einige erfreuliche Änderungen. Jetzt kann man zum Beispiel vom vorderen Schankraum aus durch einen vergrößerten Durchgang in den kleinen Saal bequem die Konzerte von hinten verfolgen. Die Außenterrasse wurde zum Sportplatz hin erweitert und lässt zumindest im Sommer viel Spielraum für Gastronomie und Live-Events im Freien. Das Programm im Club ist bereits bis April 2020 schon gut gefüllt. Im November spielen Mothers Finest hier einen Gig ihrer Abschiedstournee. Randy Hansen, Thorbjorn Risager oder Ryan Mc Garvey sind neben einigen Aachener Bands und Dutzenden Tribute-Bands gebucht. In der Regel hat der Club nur an den Wochenenden und am Abend vor Feiertagen geöffnet. Für größere Acts wie Mothers Finest wird auch schon mal mitten in der Woche die Ausnahme gemacht.  \   rm

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